Wilhelmshaven

Kaiser-Wilhelm-Brücke in Wilhelmshaven auf dem Weg zum alten Glanz

Das Nordende der über 100 Jahre alten Kaiser-Wilhelm-Brücke in Wilhelmshaven ist noch eingerüstet. Seit September wird die denkmalgeschützte Kaiser-Wilhelm-Brücke saniert. Die ersten Restaurierungsarbeiten an der altersschwachen Kaiser-Wilhelm-Brücke in Wilhelmshaven sind abgeschlossen und wurden am Freitag der Öffentlichkeit präsentiert. In den vergangenen Wochen wurden Teile der Stahlkonstruktion verstärkt, die Kabelführung für die Lichtkonstruktion montiert und defekte Nieten ausgetauscht.

Erst Ende Januar war bekannt geworden: Das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Wahrzeichen der Stadt zeigt mehr Schäden als ursprünglich angenommen. Seit September wird die unter Denkmalschutz stehende größte Drehbrücke Europas für mehr als sechs Millionen Euro in Stand gesetzt. Ursprünglich sollten die Arbeiten an einem Brückenflügel bereits im Januar beendet werden.

Der Lack ist ab – die Schäden sichtbar

Die Korrosionsschäden an Bindeblechen und Nieten hatten sich laut Stadtbaurat Klaus-Dieter Kottek erst gezeigt, nachdem die Farbe entfernt worden war. Probleme bereiteten vor allem die Durchrostungen einzelner Teile. Von denen hätten einige nicht ausgewechselt werden können, sondern mussten verstärkt werden: „Sonst wäre die Brücke statisch gefährdet und würde in sich zusammenbrechen“, sagte Kottek.

Kosten und Bauzeit bleiben stabil

Die Sanierungskosten würden sich durch die Mehrarbeit an der 100 Jahre alten Brücke nicht erhöhen, so der Fachmann der Stadt. Auch das anvisierte Ende der Gesamtarbeiten könne eingehalten werden: „Wir werden im Oktober dieses Jahres mit dem ersten Flügel fertig sein“, sagte Kottek. Ab 2012 soll die alte Dame dann wieder in neuem Glanz erstrahlen.

Verkehrshindernis Baudenkmal

Bis dahin fehlt die Verbindung zwischen Südstadt und Südstrand. Die Kaiser-Wilhelm-Brücke führt eine einspurige Straße mit Rad- und Fußweg über den rund 160 Meter langen Verbindungshafen. Fußgänger und Radfahrer müssen einen Umweg in Kauf nehmen oder den Bus der Linie 8 nutzen. Es kann aber auch sein, dass Wilhelmshaven zum Sommer eine Alternative schafft. Bislang gibt es laut Kottek zwar weder Beschwerden noch ist die Linie 8 ausgelastet. Ab Ostern erwartet die Stadt aber eine eine Belebung der Strecke und überlegt bereits, ein Elektro-Boot wieder herzurichten, das dann dort fahren soll.

Keine einfache Sanierung

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die „KW-Brücke“ als größte Drehbrücke Europas erbaut. Die Brücke besteht aus genietetem Stahlfachwerk. Das macht sie zu einem besonderen Bauwerk. Für die Sanierungsarbeiten bedeutet dies: Auch wenn die Nieten rostanfällig sind – geschweißt oder geschraubt wird nicht. Die Nietenkonstruktion soll erhalten bleiben, das meinen auch die Experten der Bundesstiftung Denkmalschutz. Außerdem werden die Mechanik und die Elektrik sowie die Fundamente der Treppenaufgänge erneuert und renoviert. Die Stadt Wilhelmshaven übernimmt einen Großteil der Finanzierung, weitere Gelder kommen vom Bund und der Stiftung Denkmalschutz.

Das Bauwerk ist nach Kaiser Wilhelm II. benannt, der Wilhelmshaven einst als seinen Marinehafen gründete.

Quelle: ndr.de, Bild: © wilhelmshaven.de, Presseservice

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