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Die Gezeiten – Ebbe und Flut

Gerade hier bei uns an der Nordsee kann man die Gezeiten oder auch Tiden genannt sehr gut beobachten. Die Gezeiten sind Wasserbewegungen der Weltmeere und Ozeane. Die Zeiträume zwischen dem Hochwasser und dem Niedrigwasser werden als Ebbe bezeichnet und die Zeiträume zwischen Niedrigwasser und Hochwasser werden als Flut bezeichnet. Der dabei entstehende Tidenhub beträgt auf dem offenen Meer nur ca. 30 Zentimeter, an der deutschen Nordseeküste hingegen aber bis zu zwei Metern.

Unterschiede von bis zu 21 Metern

In der Nähe von Küsten sind die Gezeiten und der Tidenhub vor allem durch die Form der Küsten beeinflusst. In der westlichen Ostsee liegt der Tidenhub nur bei ca. 30 Zentimetern und in der Bay of Fundy zwischen 14 und 21 Metern, wobei es sich dort auch weltweit um die höchsten Gezeiten handelt. Bei uns an der Nordsee liegt der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser bei den oben genannten ein bis zwei Metern. In den Mündungen von Elbe und Weser kann der Tidenhub aufgrund der Trichterwirkung bei über vier Metern liegen.

Ursache

Verursacht werden die Gezeiten durch die Gravitation zwischen Erde und Mond und zwischen Erde und Sonne. Die hier wirkenden Kräfte werden als Gezeitenkräfte bezeichnet. Diese Gezeitenkräfte wirken aber nicht an jeder Stelle der Erde gleich und so heben und senken sich die Meeresspiegel durch die Erdumdrehung periodisch. Die Gravitation zwischen Erde und Mond führt zu einem Tidenhub von nur 30 Zentimetern, der aber durch die Strömung des Wassers an den Küsten zu wesentlich höheren Ständen führt, wie am Anfang beschrieben.

Innerhalb von einem Tag (24 Stunden) dreht sich die Erde einmal um die eigenen Achse und der Mond durchläuft seine scheinbare Bahn am Himmel jeden Tag etwa 50 Minuten später. Daraus ergibt sich auch, dass zwischen zwei Hochwassern 12 Stunden und 25 Minuten vergehen und nicht genau 12 Stunden wie häufig gedacht. Weitere Abweichungen dieser Zeiten ergeben sich die die Neigung der Erdachse und die elliptische Bahn des Mondes. Im freien Ozean beträgt die Abweichung ca. eine Stunde und in Hamburg bis über zwei Stunden. Meistens gibt es aber zwei Mal täglich Ebbe und Flut.

Nach heutigem Wissen lassen sich aber allein mit dieser Gravitationstherorie die Gezeiten nicht vollständig erklären. An vielen Orten der Welt ist die Theorie zwar übereinstimmend mit der Realität, es gibt aber auch viele Orte, wo es ganz anders aussieht. So ist die Theorie, dass sich die Erde unter zwei Flutbergen hindurch dreht schon dann nicht mehr realisierbar, wenn ein Kontinent im Weg steht. Die entstehende Gezeitenwelle würde dann auf den Kontinent treffen und dadurch reflektiert werden.

Zusammenfassend gesagt

Man merkt also schon in diesem recht kurzen Artikel, dass das Thema Ebbe und Flut wesentlich komplexer ist als man im ersten Moment vermuten mag. Wenn man aber ein wenig mehr darüber nachdenkt, dass wäre eine einfach Lösung in meinem Kopf auch gar nicht möglich, denn gerade hier bei uns „verschwindet“ das Wasser immerhin zwei mal am Tag nahezu komplett – und wir reden von einer Menge Wasser.

Mir imponieren die Gezeiten aber in jedem Fall sehr – ein unfassbares Naturschauspiel, dass jeder und jede mal gesehen haben sollte.

Wann ist wo Hochwasser und Niedrigwasser?

Eine  Übersicht von Hoch- und Niedrigwasserzeiten für die nächsten sieben Tage an der deutschen Nordseeküste findet man auf der Webseite vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie. Für einen längeren Zeitraum kann man sich für unter drei Euro einen Gezeitenkalender bestellen.

Einige Begriffe erklärt (Auszug aus Wikipedia)

  • Flut ist der Zeitraum und der Vorgang ansteigenden beziehungsweise „auflaufenden“ Wassers.
  • Ebbe ist der Zeitraum und der Vorgang sinkenden beziehungsweise „ablaufenden“ Wassers.
  • Den Zeitpunkt des höchsten Wasserstandes bezeichnet man mit Hochwasser (HW), den des tiefsten Wasserstandes mit Niedrigwasser (NW).
  • Der Wasserstand zu diesen Zeiten wird Hochwasserhöhe (HWH) bzw. Niedrigwasserhöhe (NWH) genannt.
  • Der Höhenunterschied zwischen Niedrigwasserhöhe und der folgenden Hochwasserhöhe (während der Flut) wird als Tidenstieg bezeichnet.
  • Der Höhenunterschied zwischen Hochwasserhöhe und der folgenden Niedrigwasserhöhe (während der Ebbe) wird alsTidenfall bezeichnet.
  • Den Mittelwert aus Tidenstieg und Tidenfall bezeichnet man als Tidenhub.
  • Der zeitliche Verlauf des Wasserstandes zwischen Niedrigwasser, Hochwasser und darauf folgendem Niedrigwasser ergibt die Tidenkurve.
  • Die gezeitenbedingte Höhe des Wasserstandes bezogen auf das örtliche Seekartennull (meistens LAT) bezeichnet man als Höhe der Gezeit.

 

 

2 Kommentare zu “Die Gezeiten – Ebbe und Flut

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